Ein Löffelchen voll Zucker

Von Feierbiestern und Meckerziegen

Mögt ihr Geburtstage? Es gibt ja solche Menschen, die mögen weder Geburtstage, noch Weihnachten. Geburtstage sind sinnlos, an Weihnachten nervt sie sowieso alles und am Valentinstag posten sie großspurig auf Facebook, dass sie keinen besonderen Tag brauchen, um ihrem Hasipups zu sagen, dass sie ihn lieben.

Jaja, so seht ihr schon aus. Immer dieses Rumgegrinche. Ich glaube, das ist der einzige Sinn, den Facebook noch hat. Leuten, die was zu meckern haben, ein Sprachrohr zu bieten. Und der Valentinstag scheint viele, viele Leute sehr, sehr unzufrieden zu machen. Ich meine, ich brauch dafür auch keinen besonderen Tag, den angeblich mal die Floristik-Branche erfunden hat. (Wenn mir einer mit dem Argument kommt, krieg ich ja sofort Plaque.) Aber es macht mir auch nichts aus, ihm 1x mehr zu zeigen, dass ich ihn eigentlich ganz gut leiden kann. Wenn ich das ja sowieso ständig mache, macht mir doch das eine Mal mehr nichts aus. Oder? Man muss ja keinen 16-Karäter von Tiffany’s verschenken. Wär natürlich schon schön, aber muss nicht. Echt nicht.

Also ich glaube, da sind einfach ganz viele Hobby-Meckerer und Anti-Menschen am Werk. Oder Leute, die am Valentinstag mal eine blaue Rose bekommen haben und davon immer noch traumatisiert sind. Ich bin ja das genaue Gegenteil. Ich bin ein Feierbiest. Jeder Feiertag wird zelebriert und genauestens geplant. Silvester, Neujahr, Valentinstag, Ostern, Jahrestage, Geburtstage, Weihnachten.

Morgen ist der zweitbeste Tag im Jahr. Ich schlaf heut Nacht bei meiner Mutti in meinem alten Kinderzimmer und wenn ich morgen früh aufwache, bin ich die Geburtstags-Maria. Früher war ich ja so ein Kandidat, der vor seinem Geburtstag nicht schlafen konnte und dann schon halb 6 bei Mutti im Schlafzimmer stand. Das hab ich glücklicherweise seit bestimmt schon 5-6 Jahren halbwegs erfolgreich abgelegt.

Ansonsten ist aber alles noch wie früher. Wehe, es dudelt nicht „Weil du heut Geburtstag hast, steh ich mit einem Strauß vor deiner Tür..“(Das kennen jetzt wohl nur die Ost-Früchtchen unter uns.) Und wehe es sind nicht alle da und frühstücken mit mir. Es muss halt alles so sein, wie immer. (Auf Sekt zum Frühstück verzichte ich vielleicht ausnahmsweise mal. Aber nur vielleicht.)

Ich bin ein Geburtstags-Monk. Frühstück, Mittag, Kaffee, Abendbrot. Alles folgt bestimmten Richtlinien. Und wenn mich jemand ärgert, dann werde ich böse. Ist ja schließlich mein Geburtstag. Ich bin wie Lilly Aldrin, ich liebe meinen Geburtstag. Ich wünschte, der Mitbewohner würde mich morgens wecken und „Happy Happy Marry-Day“ singen und mir dabei ein Plaste-Krönchen aufsetzen. Als ich ihm das vorgeschlagen hab, hat er mich angeguckt, als hätte er schon lange geahnt, dass ich langsam aber sicher verrückt werde… und diese Bitte hat ihm die endgültige Bestätigung gegeben. Aber was solls, hätte er vorher wissen müssen. Jetzt hat er die Bekloppte am Hals.

Ist ja auch nicht so, dass ich da nen Hehl draus gemacht hätte. Habe ihm von Anfang an gesagt, dass ich verrückt bin. Und ne alte Meckerziege. Er wollte es mir nicht glauben.

Jetzt hat er den Salat und bekommt noch eine Miniversion von mir mit dazu.

Weihnachten wird übrigens unser erster Feiertag mit Baby. Vielleicht verabschiede ich mich dann mal besser langsam von meinem Planungswahn.. Oder auch nicht. Vielleicht bestell ich auch stattdessen lieber schon mal ein kleines Elfen-Kostüm in Größe 56.

Ich wünsch euch einen schönen
Rest-Sonntag und morgen einen schönen Start in die Woche!
Eure Maria

2 Comments

  1. Ich finde deine Texte ganz wunderbar. Erkenne mich in vielen Sachen wieder. Besitze übrigens ein kleines Geburtstagsdiadem, seit ich mit dem Freund gemeinsam die How I met your mother-Folge gesehen hab 😀

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