Kolumne: Maria, die Wäschetruhe geht nicht mehr zu!

Muttis, erinnert ihr euch noch daran, wie es war, als Wäsche machen bedeutete, zwei Mal in der Woche die Schmutzwäsche zu sortieren und den größten Berg schnell in die Maschine zu stopfen?

Gestern saß ich 25 Minuten mit drei verschiedenen Fleckenentfernern vor einem Berg weißer Wäsche auf dem Boden und habe Flecken vorbehandelt. Tomatensoße oder Obstsalat? Beerenquark oder Joppiesoße? Grüner Smoothie oder Grasfleck? Die Wäsche zu machen, ist zu einer unlösbaren Mammutaufgabe geworden, die nie, aber auch wirklich nie abgeschlossen werden kann. Ich fühle mich wie Sisyphus, der einen riesigen Wäscheberg vor sich herschiebt.

Meine größten Feinde bei der Erfüllung meiner Aufgabe sind Papas, die dem Kind ohne Ganzkörperlatz und im weißen Shirt Erdbeeren zu essen geben. Oder Omas, die sie nur mal kurz zwischendurch vom supersaftigen Pfirsich abbeißen lassen. Das triumphierende Gefühl, den Boden meiner Wäschetruhe sehen zu können,  kenne ich sonst nur von erfolgreich bestandenen Prüfungen oder abgegebenen Hausarbeiten. Tritt dann noch der unwahrscheinliche Fall ein, dass alle Wäsche abgenommen, zusammengelegt und im Schrank verstaut ist, bevor die Truhe wieder halbvoll ist, fühle ich mich, als hätte ich einen Platz im Hausfrauen-Olymp verdient.

Gebügelt wird hier übrigens nicht. Ich schüttle glatt. Und außerdem: Gut aufgehängt, ist halb gebügelt. Könnte sein, dass mir diese Schludrigkeit dann schlussendlich doch den Platz im Hausfrauen-Olymp verwehrt, aber das ist es mir wert. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste diese tausend kleinen T-Shirts alle bügeln, wird mir gleich schlecht.

Manchmal entdecke ich schon morgens, 3 Minuten nach dem Anziehen, den ersten undefinierbaren Fleck auf dem Oberteil meiner Tochter. Man stelle sich vor, ich hätte es für diese 3 Minuten nicht nur akribisch genau vorbehandelt, gewaschen, aufgehängt, abgenommen, zusammengelegt und in den Schrank geräumt sondern auch noch gebügelt? Da wird man doch bekloppt. Also echt.

Wahrscheinlich bin ich aber eh schon bekloppt. Oder wer schreibt am Dienstagmorgen um 7.30 Uhr einen Blogbeitrag über Wäsche?

Habt einen schönen Tag!
Eure Maria

2 Comments

  1. Ich fühle mit dir und weiß auch genau, wovon du redest. Leider habe ich keine adäquate Lösung für dich, oder mich… mein Gedanke beim Lesen war eher: freu dich, wenn deine Kleine jetzt in die Kita kommt. Es wird schlimmer! Mein Sohn geht seit einem Jahr in die Kita und wir haben da so ein Fach für Wechselsachen. Ich habe jeden Tag beim Abholen zum Kind einen Beutel nasse oder ins Essen gedütschte Kleidung zum Kind bekommen. Und dann sitzt du wirklich da und gruebelst über die Flecke! Wir sind schnell davon abgekommen, die wirklich süßen Teile in der Kita anzuziehen. Dass du aber einen Schrank voll Kindersachen hast, wird definitiv von Vorteil sein!Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und hoffe, du stehst bald über der Wäsche (haha)..schreib doch nochmal, wenn du das erste Mal aus Frust oder Gleichgültigkeit eine 60º Wäsche aus den feinen Teilchen gemacht hast 😉

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