Wenn das Baby Bauchweh hat..

… , dann schmerzt das Mama-Herz.

Meine Tochter ist zwar nun schon 1 Jahr alt, aber ich erinnere mich noch zu gut an unsere ersten drei gemeinsamen Monate. Wenn das Baby viel weint, stellt sich allen frischgebackenen Eltern unweigerlich die Frage nach dem „Warum?“. Ich bin der Typ, der für alles gern eine plausible Erklärung haben möchte – die bekommt man mit Baby leider recht selten. Es fällt also leicht, als erstes dem fiesem Bauchweh die Schuld an Babys Weinen zu geben, denn der Verdacht fällt schnell auf die sogenannten Dreimonatskoliken.

Bestimmt war es nicht jedes Mal so, wenn wir der GANZ sicheren Meinung waren, dass sie weinte, weil das Bäuchlein schmerzt. Aber trotzdem oft genug. Es gibt ein paar unverkennbare Bauchweh-Anzeichen. Gekrümmte Haltung, hartes Bäuchlein, angestrengtes Drücken, viel Pupserei, hochroter Kopf – alles in Kombination mit herzzerreißendem Weinen. Ohweh. Wenn ich daran zurück denke, wird mir ganz bang. Mein armes Mädchen.

Meine Hebamme riet mir, auf meine eigene Ernährung zu achten – also auf alles, was bläht, zu verzichten. Knoblauch, Zwiebeln, Erbsen, Kohl, Bohnen, Linsen. Hmm, toller Rat. Ich hatte als vorbildliche Glucken-Mama vorsorglich auf alles verzichtet, worauf man nur verzichten konnte (Das empfehle ich übrigens keiner stillenden Mama. Eine ausgewogene Ernährung ist sooo wichtig!). Ich verzichtete damals vorsorglich auf Zitrusfrüchte, Chili, Kohlensäure UND auf alles, was bläht. Ich hab die größte Wissenschaft aus meiner Ernährung gemacht. Und trotzdem hatte sie Bauchweh. (Das habe ich dann relativ schnell sein lassen. Ich habe das große Glück, dass meine Ernährung scheinbar absolut keinen Einfluss auf ihr Befinden hat. Das ist nicht bei allen Mamas so – es ist also durchaus empfehlenswert mittels Ausschlussverfahren zu testen, ob euer Essverhalten vielleicht eine Ursache für Bauchweh beim Baby ist!)

Der nächste Rat der Hebamme war es, auf die Stillabstände zu achten, da es wohl zu Bauchweh führen kann, wenn frische Muttermilch auf bereits angedaute trifft. An dieser Theorie scheiden sich die Geister. Ich glaube, dass häufiges Stillen nach Bedarf kein Auslöser für Bauchweh ist. Das Einhalten von Stillabständen ist zum Beispiel in den afrikanischen Ländern total unüblich. Dort werden die Kinder extrem häufig angelegt, ganz einfach um eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung bei hohen Temperaturen zu gewährleisten. Aber hier gilt: Probieren geht über studieren. Ich möchte mich keinesfalls über den Rat eurer Hebamme oder eures Kinderarztes stellen, das ist nur meine subjektive Einstellung zu diesem Thema.

Ich kann euch also auch kein Patentrezept anbieten, aber ich kann euch erzählen, was uns wenigstens ein bissen geholfen hat.

1. Akzeptanz: Es ist leider, wie es ist. Ganz viele Neugeborene leiden unter Bauchweh. Der Verdauungstrakt muss noch reifen, er wird nach der Geburt das erste Mal mit Nahrung konfrontiert, denn im Bauch wurde das Baby ja ausschließlich über die Nabelschnur versorgt. Das dauert in der Regel 3 Monate. Danach wird es meist deutlich besser. Also: Durchhalten!
2. Wärme: Ein kleines, warmes Körnerkissen aufs Bäuchlein gelegt, hat häufig Linderung gebracht.
3. Beinchen anhocken: Man fährt langsam und vorsichtig mit Babys Beinchen Fahrrad, um zu viel Luft nach außen zu befördern.
4. Tragen, tragen, tragen: Wir haben sie sehr viel getragen, wenn das Bäuchlein offensichtliche Probleme machte. Auch hier werden die Beinchen in eine Hockstellung gebracht. In Kombi mit Mamas oder Papas Nähe und Körperwärme ein echtes Allround-Wunder bei Bauchweh.
5. Bauchmassage mit Windsalbe: Unsere Hebamme hat uns eine sanfte Bauchmassage fürs Bäuchlein gezeigt. Dafür haben wir ein wenig Windsalbe (aus der Apotheke) aufgetragen und verschiedene Massagetechniken angewendet.
6. Im äußersten Notfall gab es auch mal ein Kümmelzäpfchen aus der Apotheke.

So ziemlich genau, als sie 12 Wochen alt war, wurde es schlagartig besser. Was waren wir erleichtert. Das Bauchweh war weg. Bis zu dem Tag, als wir in die Beikost starteten. Ich nahm mir für den Beikost-Start vor, ganz genau auf ihre Zeichen zu achten und gegebenenfalls zu pausieren, um später einen neuen Versuch zu wagen. Sie war 5 1/2 Monate alt, als wir zum Mittag die ersten paar Löffel Pastinakenbrei fütterten. Sie war zuvor schon einige Wochen äußerst interessiert an unserem Essen, sie konnte mit Hilfe sitzen, sie machte für einen Löffel den Mund auf, ohne ihn wieder hinaus zu schieben. Die gängigen Beikostanzeichen waren also alle vorhanden. Sie aß den Brei auch.

Doch schon in der ersten Nacht weinte sie bitterlich. Die ganze Nacht hindurch. Ich testete noch zwei weitere Tage. Das Weinen blieb. Ich gab einige Löffel Birnenmus hinterher, um es der Verdauung zu erleichtern. Das Weinen blieb. Ich entschied mich, den Beikoststart etwas zu vertagen. Sie weinte nun nachts nicht mehr. Sie kletterte aber schon fast in unsere Teller, wenn wir aßen. 3 Wochen später wagten wir einen neuen Versuch. Es gab Möhrenbrei mit etwas Beikostöl und Birne hinterher. Das Weinen ging wieder los. Wir pausierten wieder zwei Wochen. Begannen wieder mit Möhrenbrei und es ging etwas besser. Eine weitere Woche später gaben wir etwas gekochte Kartoffel zum Brei und das nächtliche Weinen kam zurück. Ich ließ die Kartoffel wieder weg, testete verschiedene bekömmliche Gemüsesorten, aber es wurde nicht besser. Ich war so verzweifelt. Sie wollte essen. Aber ihr Bäuchlein kam offensichtlich noch nicht hinterher. Mittlerweile war sie 7,5 Monate alt.

Ich fragte bei Instagram nach Erfahrungen anderer Mütter, fragte die Kinderärztin, meine Hebamme, schlug mich durch Foren. Alles ohne Erfolg. Rückblickend habe ich einen einzigen Rat. Achtet beim Beikost-Start ganz genau auf die Zeichen eures Kindes, Stichwort „Beikostanzeichen“. Mit 5 1/2 Monaten kann man getrost noch warten. Als sie dann aber 2 Monate später immer noch Bauchweh vom Essen bekam, hab ich einfach daran festgehalten (Ich dachte auch kurz an Allergien, aber das hätte bedeutet, sie wär gegen Möhren, Kürbis, Kartoffeln, Zucchini und Brokkoli allergisch. Eher unwahrscheinlich.).

Nach 2 Wochen nächtlichem Weinen war es überstanden. Meine Kinderärztin meinte im Nachhinein zu mir, sie sei eben sehr empfindlich, was die Verdauung angeht und ihr Verdauungssystem haben sich erst an feste Nahrung gewöhnen müssen. Das ist natürlich nicht bei jedem Baby so. Ich kenne viele Kinder, die von Tag 1 an super gegessen haben, ohne Verstopfung oder Bauchweh. Jedes Baby ist anders. Und somit auch jedes Bäuchlein.

Künftig wird es auf Instagram unter der Hashtag #babysbäuchlein viele Infos zum Thema Verdauung zu finden geben. Milupa ruft bei Instagram alle Mütter dazu auf, ihre Erfahrungen zum Thema Bauchweh, Dreimonatskoliken und Co. zu posten und mit diesem Hashtag zu versehen. So können Informationen um dieses sensible Thema für besorgte Mamas und Papas gebündelt abgerufen werden. Eine tolle Idee, oder? Macht doch auch mit!

Ich wünsche euch alles Gute!
Eure Maria

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